SOLAR CLUB CERN

IV/ Fassaden-Solarstroman lage an einem der exponiertesten Wetterstandorte der Schweiz
Grösste Fassaden-Solarstromanlage in den Schweizer Alpen an der Südfassade des Eidgenössischen Institutes für Schnee- und Lawinenforschung SLF auf dem Gipfel Weissfluhjoch Davos (2662 m ü.M.)
Zusammenfassung:
Die architektonisch ansprechend integrierte Fassadenanlage mit einer Fläche von rund 70 m2 wird in den nächsten Dekaden jährlich rund 10.000 kWh Solarstrom liefern. Durch den exponierten Standort in einem der bekanntesten Wintersportgebiete der Welt, neben der Bergstation der Davoser Parsenn-Bahnen, wird die Anlage Von Tausenden von Personen jährlich beachtet. Ausser den technischen Vorzügen weckt die Anlage mit ihrer Ausstrahlung das allgeinein grosse öffentliche Interesse. Das Layout der Solarstromanlage wurde flächen- und farbmässig so ausgelegt, dass die Fassaden-Solarstromanlage zum gemauerten Unterbau vom bekannten Davoser Architekten Rudolf Gaberel einen Kontrast bildet, ohne jedoch störend zu wirken.
La plus grande installation solaire des Alpes suisses
résumé seulement:
L’installation solaire d’un niveau architectural élevé et d’une surface d’environ 70m2 fournira au cours des prochaines décennies environ 10.000kWh d’énergie solaire par année. Du fait de sa localisation très exposée dans une des stations de sport d’hiver les plus connues du monde, ä cöté de la gare supérieure du train ä crémaillère Davos-Parsenn, cette installation est vue chaque année par des milliers de personnes


Projektinitiierung, Entwicklung und Realisation
    Die Solaringenieurfirma energiebüro® (Zürich) hat im Rahmen der 4. Ausschreibungsrunde der Solarstrombörse des ewz und Swiss Mountain Power im Jahre 2000 das Projekt Fassaden-Solarstromanlage SLF Weissfluhjoch initiiert. Zusammen mit dem SLF Davos, Bauten Forschungsanstalten (BaFA, Dübendorf) und dem Architekturbüro Brügger (Davos) ist das Projekt im 2001 und Frühjahr 2002 bis hin zur Realisation entwickelt worden. Neben der technischen Machbarkeit und der ansprechenden architektonischen Integration der Fassadenanlage sind verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten aufgezeigt worden, womit die Eidgenössische Forschungsanstalt WSL Birmensdorf, zu der das SLF gehört, als Investor für die Realisation des Projektes im Herbst 2002 gewonnen werden konnte.

Holzfassadensanieung
    Im Sommer 2002 wurden die sanierungsbedürftigten Fassadeneleinente im 2. Ober- sowie im Dachgeschoss erneuert. Die Fassade wurde schichtweise bis auf die Tragkonstruktion von aussen abgehaut, neu wärmegedämmt und durch eine hinterlütete Rolzfassade aus Lärchenholz ersetzt. Die Lebensdauer der renovierten Fassade ist auf 50 Jahre ausgelegt.

Solarstromanlage
    An der sanierten Fassade des Gebäudes ist eine Solarstromanlage installiert, 55 Solarmodule mit 70m2 Solarzellenfläche sind vorgehangt. Die Solarzellen reagieren auf Licht und Sonnenstrahlen und produzieren elektrischen Strom. Jedes Modul leistet mit seinen 48 Solarzellen maximal 167 W elektrische Leistung. Total ist eine Leistung von maximal 9,35 kWp installiert. Der erwartete Energieertrag betrligt 10.000 kWh/jahr, was dem durchschnittlichen Stromverbrauch von vier schweizerischen vierköpfigen Familienhaushalten entspricht. Die Bauherrschaft, die Eidgenössische Forschungsanstalt WSL, speist als Betreiberin der Anlage den gewonnenen Strom ins öffentliche Netz des Elektrizitätswerks Davos (EWD) im Rahmen der Solarstrombörse des Elektrizitätswerks Zürich (ewz) und Swiss Mountain Power ein.
    Im Eingangsbereich des SLF-Gebäudes in Davos-Dorf ist ein Informationsbildschirm geplant, welcher die BesucherInnnen und MitarbeiterInnen laufend über die aktuellen Daten der FassadenSolarstromanlage  auf  dem  Gipfel Weissfluhjoch informien und !über die produzierte Energie Auskunft gibt.

Sanierung und Solarenergie -Nutzung von Synergien
    Ursprünglich war eine Komplettintegration der Solarstromanlage in die Fassade geplant, wobei die Solarmodule die hussere Fassadenhaut (wind-/wasserdicht) gebildet hätten. Die exponierte Lage des Institutes und die damit verbundenen Witterungsbedingungen verunmöglichten aus technischen Gründen eine komplette Fassadenintegration im Rahmen der ausgeführten Fassadensanierung. Deshalb sind die Solarmodule kaum merklich der Fassade vorgehängt worden. Synergien konnten beim Bauablauf und bei der Baustelleneinrichtung genutzt werden.

Idealer Standort
    Die Fassade des SLF-Gebäudes auf dem Weissfluhjoch eignet sich auf Grund der Bauart, Ausrichtung und der Witterungsbedingungen gut für den Bau einer FassadenSolarstromanlage. Hohe Sonneneinstrahlung, Schneereflexion (Albedo), tiefe Umgebungstemperaturen und Schneeunabhängigkeit (durch die Montage der Module an die Fassade) im Winter ermöglichen Spitzenleistungen. Vertikale Fassaden-Solarstromanlagen im Mittelland produzieren 30 Prozent weniger Ertrag als konventionell aufgeständerte Solarstromanlagen - die Fassaden-Solarstromanlage  auf  dem Weissfluhjoch im Vergleich jedoch 30 Prozent mehr!
    Der ideale Standort weist nicht nur Vorteile auf. Ansprüche an die mechanische Belastbarkeit der Solarmodule und an die Unterkonstruktion sind enorm, unter anderem infolge von zu erwartenden  Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 km/h und starken Schneeverwehungen.

Kontaktadresse
energiebüro
Limmastrasse 230
8005 Zürich
www.energieburo.ch


Bulletin des élevtriciens